Google äußert sich zur Verwendung vorheriger Suchanfragen

02.08.07, von nXplorer

das Logo von Google Ende letzten Monats hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass Google AdWords Anzeigen nicht nur passend zur aktuellen sondern auch zu den vorherigen Suchanfragen schaltet. Jetzt hat sich Google auf einer Pressekonferenz im Google Plex genauer zu dieser neuen Targeting Methode geäußert.

In der Praxis sieht es so aus, dass jemand der erst nach Detektiv sucht und dann nach Hamburg für die Suche nach Hamburg Werbung zum Thema Detektiv Hamburg zu sehen bekommt.

Was sagt Google?
Laut Susan Wojcicki, Google Vize-Präsidentin für Werbe-Produktmanagement, schreckt Google, im Gegensatz zum Rest der Werbeindustrie, davor zurück passende Werbung anhand von User-Profilen zu schalten. Daher werden nur die letzten Suchanfragen der aktuellen Session für die Auswahl der AdWords Anzeigen berücksichtigt.

Dienste wie die Web History werden zu diesem Zweck nicht ausgewertet und auch die Suchanfragen sollten einem User nicht länger als für eine Session zugeordnet werden.

Ferner gibt Google zu, dass umfangreiche User-Porfile zwar der Heilige Gral der Online Werbung sind, sich jedoch aus Datenschutzrechtlichen Gründen nicht verwirklichen lassen.

Google und Datenschutz?
Ich sehe die Sache eher so, dass Google seine Profile zwar nutzen will und gerne alle verfügbaren Datenquellen zur Schaltung passender Anzeigen nutzen würde, dies aber aus Angst von Datenschützern eins auf den Deckel zu kriegen nicht tut.

Was kann Google wirklich?
Theoretisch weiß Google immer was du im Web tust wenn du

  • die Google Toolbar installiert hast
  • auf einer Seite mit AdSense surfst
  • auf einer Seite mit Analytics surfst
  • mit Google suchst (Web, News, Bilder, Blogs)
  • In GMail einen Link an einen Freund schickst oder einen geschickt bekommt. Es reicht schon, wenn nur dein Gegenüber Google Mail nutz!
  • ein Blog mit Feedburner Statscounter besuchst
  • einen Feedburner Feed ließt
  • den Google Feedreader benutzt
  • Plugins wie SEO Quake benutzt (die PR-, Site- und Cache-Abfragen gehen von deiner IP direkt an Google)

Loggen kann Google dabei diverse Identifikationsmerkmale wie

  • IP
  • Einwahlknoten
  • Provider
  • Art der Internetverbindung
  • Cookies
  • Betriebssystem mit Sprache und Version
  • Browser mit Sprache, Version, Plugins mit Version (JavaScript, Flash, usw.)
  • Desktopauflösung
  • Desktopfarbtiefe
  • deine LogIn Daten auf Seiten die Analytics oder AdSense einsetzen (wenn du die Toolbar benutzt: auf allen Seiten)

Und noch viel, viel mehr. Natürlich ist diese Erkennung nicht perfekt aber wenn ein bestimmter Prozentsatz der ermittelbaren Werte übereinstimmt ist die Wahrscheinlichkeit groß den gleiche User vor sich zu haben.

Ein alternativer Weg ohne Tageting?
Da man nicht immer sagen kann, dass ein User der nach A sucht sich auch für das verwandte Thema B interessiert und man ihm vielleicht auch Werbung zum Thema C, über das er noch gar nichts weiß, zeigen sollte schlägt Philipp Lenssen eine Alternativ vor: Google kann einfach per Reiner Zu random Anzeigen aus jedem Themenkomplex zu jeder Suchanfrage zeigen und dann einfach die mit den besten Klickraten beibehalten.
Dann könnte Google irgendwann sagen, wir haben keine Ahnung mehr nach welchem System die Ads geschaltet werden aber die Klickrate ist so hoch wie nie. Bei der Menge an Suchen und Anzeigen müsste das sogar innerhalb einer akzeptablen Zeitspanne möglich sein.

Ranking-Konzept-Autor nXplorer Dieser Artikel wurde am 02.08. 2007 von nXplorer geschrieben.
1 Kommentar bisher • RSS-Feed für KommentareTrackBack URI
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  • Michel says:

    Sobald man Software von Google auf dem Rechner installiert, hat Google die Möglichkeit deine MAC Adresse auszulesen und “nach Hause” zu senden… tja, dann wäre man eindeutig identifizierbar, zumindest der Computer…

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