Tobias Schwarz ist Geschäftsführer der AmbiWeb GmbH. Einem Internetdienstleister der unter anderem für sein ambitioniertes Webkatalog-Projekt Alinki und der Vorgänger Informationsarchiv.com bekannt ist.
Im Interview mit den Ranking Konzept Seo News spricht Tobias über Alinki, Webkatalog und die Monetarisierung von Websites.
Hallo Tobias, stellt dich doch für unsere Leser die dich nicht kennen kurz vor.
Hallo Malte. Erstmal vielen Dank für dieses Interview. Kurz und knapp die wichtigsten Infos zu meiner Person:
- Name: Tobias Schwarz
- Firma: AmbiWeb GmbH
- Position: Geschäftsführer
Bewusst oder unbewusst bin ich den meisten Lesern wahrscheinlich über eines meiner vielen Projekte aufgefallen oder in den letzten Wochen durch Interviews und Beiträge die in diversen Blogs veröffentlicht wurden.

Du hattest mit Informationsarchiv.com bereits einen sehr starken Webkatalog (PR 6, 4 Jahre alt, mehr als 20.000 Backlinks) und hast ihn zu Gunsten von Alinki aufgegeben. Was war der Grund für den Wechsel und was macht Alinki so besonders?
Als ich Mitte 2006 das Konzept für den Relaunch von Informationsarchiv.com schrieb war es eigentlich nicht meine Absicht die Domain aufzugeben. Erste Überlegungen kamen bei der Implementierung der neuen Software auf, als Übersetzungsfunktionen geschrieben wurden. Informationsarchiv eignet sich als Name eigentlich nur für den deutschsprachigen Raum. Vor dem Hintergrund der Internationalisierung begann die Suche nach einem anderen Namen für das Projekt. Natürlich hätte man für unterschiedliche Sprachen passende Domains registrieren können, da die neue Software allerdings eh mit vielen alten Strukturen bricht war ein Domainwechsel schnell beschlossene Sache.
Magst du kurz erklären wie du beim Wechsel der Domain vorgegangen bist und wie die einzelnen Suchmaschinen darauf reagiert haben? Welche Tipps kannst du für den Umzug so großer Seiten geben?
Beim Domainwechsel war es mir wichtig einen sanften Übergang zu erreichen. Zunächst wurde daher die neue Seite gestartet und etwas mit Links angefüttert. Nachdem die ersten Statistiken vorlagen haben wir dann so viele Seiten wie möglich mittels 301 Redirect auf die passenden Unterseiten weitergeleitet, den Rest der Seiten auf die Startseite. Wie reibungslos das ganze lief kann man gut bei Alexa sehen.

Beim Umzug großer Seiten ist es sehr wichtig die gewachsenen Links und Strukturen zu übernehmen. Beispielhaft ist hier sicher der Umzug von aidu.de auf ab-in-den-urlaub.de bei dem von heute auf Morgen einfach alle Seiten weitergeleitet wurden. Der Umzug von Alinki unterscheidet sich da alle Pfade geändert wurden und man für jede URL immer prüfen muss wohin die Seite umgezogen ist. Sofern man nicht abergläubig ist und auch einige Monate ohne grünen Balken auskommen kann, ist ein Umzug für Suchmaschinen technisch eigentlich kein Problem mehr. Gute Pressearbeit macht wie man bei ab-in-den-urlaub.de sehen kann selbst aus den schlimmsten Situationen noch einen Erfolg.

Viele Betreiber von Verzeichnissen fürchten, dass Google reinen Free-4-All Linkspendern in Zukunft den Saft abdrehen wird. Ich selbst habe auch schon 2 Domains verbrannt auf denen Webkataloge liefen. Denkst du, dass ausführliche Beschreibungen und Links auf qualitativ hochwertige Seiten reichen um Alinki vor einer Abstrafung zu bewahren? Bei einer manuellen Prüfung sieht man sofort was man vor sich hat: Einen Webkatalog mit zwei Werbeblöcken über dem Fold.
Ob ausführliche Beschreibungen und Links auf qualitativ hochwertige Seiten reichen weiß ich nicht aber ich habe nicht vor mich auf dem jetzigen Stand der Dinge auszuruhen. Sicher bin ich mir aber, dass Alinki länger durchhalten wird als mancher Bookmarkdienst bei dem Seiten ohne jegliche Qualitätsprüfung aufgenommen werden. Aktuelle Sozial-Bookmarking Dienste haben für mich zum gegenwärtigen Zeitpunkt auf jeden Fall eine erschreckende Ähnlichkeit mit Pseudosuchmaschinen aus vergangenen Tagen.
Die Beschreibungen für die Kategorien werden von Journalisten geschrieben und alle Einträge werden sorgfältig von Hand geprüft. Wie viele Personen sind am Projekt beteiligt und wie sehen deine Zukunftsvisionen für das Projekt aus? Die Subdomain deutet ja schon an, dass es auch internationale Ableger geben könnte. Rechnest du dir realistische Chancen aus es mit z.B. dem DMOZ oder Yahoo Directory aufnehmen zu können?
Aktuell arbeiten drei Journalisten sowie ein Programmierer zusammen mit mir an dem Projekt, in den nächsten Monaten sollen aber weitere Mitarbeiter folgen. Wie Du bereits richtig erkannt hast ist die aktuelle Zukunftsvision das Projekt auch international zu betreiben. Die Grundfunktionen hierfür sind bereits in der aktuellen Software vorhanden. Alinki Inhaltlich als Konkurrenz zu DMOZ oder dem Yahoo Directory zu platzieren ist nicht geplant – von der dahintersteckenden Technik her haben wir das aber sicher schon erreicht.
Gäste bekommen das MyBlogLog Widget zu sehen, eingeloggte Nutzer leider nicht. Ist es nur ein Lückenfüller oder steckt hinter Alinki auch ein Community-Gedanke? Könntest du dir vorstellen die Kategorien um Diskussionsforen oder kleine Nischenblogs zu erweitern? Ist geplant irgendwann ausgewählte Nutzer mit Moderationsrechten für einzelne Kategorien auszustatten?
Das MyBlogLog Widget wurde als reiner Lückenfüller eingebunden da ich mir ständig Fragen über die „leere rechte Spalte“ anhören musste und wir auch noch einige Zeit brauchen werden bis wir diese mit internen Verweisen füllen werden. Community-Funktionen wie Diskussionsforen oder Nischenblogs kann ich mir auf Alinki grundsätzlich vorstellen, aber nur hinter dem Loginbereich. Die aktuell hohe Qualität der Inhalte möchte ich ausbauen und nicht durch schwer kontrollierbare Inhalte aus einem Communitybereich verwässern.
Die meisten Einträge in Webverzeichnisse stammen von SEOs die nur auf den PageRank schauen. Noch liegt der von Alinki bei Null. Wirst du das Hochschrauben des PRs fokussieren um dich auf den Webkatalog Listen weiter oben zu positionieren? Gibt es vielleicht auch Überlegungen Webmaster zu einem Eintrag zu bewegen, die nie auf die Idee kommen würden nach Webkatalogen zu suchen?
Der Fokus bei Alinki wird auf der Struktur und nicht auf dem PR liegen. Die nächsten Ziele sind eine bessere interne Verlinkung von zueinander relevanten Kategorien und Einträgen. Da Alinki aber hoffentlich die komplette Stärke von Informationsarchiv.com erbt, wird es wohl auch in den Listen für die vorderen Plätze reichen. Überlegungen um an neue Einträge zu kommen haben wir noch nicht – aktuell sind wir mit den importierten Altlasten von Informationsarchiv.com (27.000 Einträge) noch ausreichend beschäftigt.
Bei der Anmeldung musste ich meinen kompletten Namen und meine Adresse hinterlegen. Wofür werden diese Daten benötigt und hast du keine Angst auf diesem Wege viele potentielle Nutzer zu verschrecken?
Die abgefragten Daten sind Pflichtangaben die nach TDG und MDStV im Impressum aufzuführen sind. Wir erheben diese Daten um bei rechtlichen Problemen Benutzerkonten zuordnen zu können. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Einträge die keiner Person zugeordnet werden können problematisch sind. Auf Benutzer welche diese Daten nicht preisgeben möchten, können wir gerne verzichten.
In deinem Artikel optimize your website for higher revenue empfiehlst du Google Analytics und auf Alinki ist es im Einsatz. Hast du keine Angst, dass Google auf diesem Wege zu viele Daten über deine Seite gewinnt und dass sich diese eventuell negativ aufs Ranking auswirken könnten?
Im Gegenteil! Ich setze Google Analytics bewusst ein, da sich die Daten eben auch positiv aufs Ranking auswirken können. Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass die über Adsense erhobenen Daten im selben Pool landen. Mit Analytics gebe ich Google die Möglichkeit meine Seite besser zu verstehen, bessere Algorithmen zu entwickeln und mir letztendlich relevantere Besucher zu schicken. Gleichzeitig gibt mir Analytics die Möglichkeit einen Großteil der erhobenen Daten einzusehen, diese zu analysieren und letztendlich meine Seite zu optimieren. Der Unterschied liegt hierbei wohl darin, dass Google daran arbeitet den Besucherstrom zu optimieren der zu meiner Seite geleitet wird, ich arbeite daran die Seite selbst bezüglich Ihrer Werbewirksamkeit und Benutzbarkeit zu optimieren.
Was sind deiner Meinung nach die häufigsten Fehler die Webmaster bei der Monetarisierung ihrer Website begehen? Hast du allgemeine Tipps die du unseren Lesern geben kannst?
Der wohl häufigste Fehler ist es Angst davor zu haben, dass durch Veränderungen der Traffic und damit auch die Werbeeinnahmen einbrechen und am Ende vollkommen weg sein könnten. Daher wird viel zu oft auf altbekanntes gesetzt und Trends werden schlichtweg verschlafen. Neue Dinge bringen natürlich ein gewisses Risiko mit sich aber auch enormes Potential. Mein Tipp ist es zu tun was funktioniert. Und wenn etwas funktioniert dann macht man es heftiger. Ein weiterer Fehler ist es Dinge nicht zu tun die bereits funktionieren. Nur weil es schon hundert Seiten zu einem Thema gibt muss ich ja in dem Bereich nicht Schiffbruch erleiden.
Du betreibst diverse Projekte auf Informationsarchiv.de/com/org/biz Domains. Hast du dich in die URL verliebt oder legst du keinen Wert auf Branding? Würdest du dir Projekte auch heute noch unter diesen Domains starten?
Muss ich darauf antworten? Naja, früher legte ich keinen Wert drauf, mittlerweile schon… Für reine SEO-Projekte waren die Domains ok, heute wünschte ich, ich hätte vor 5 Jahren schon das Wissen von heute gehabt…
[...] in diversen Blogs ausführlich über Alinki berichtet. Gerald Steffens, Alexander Sczakiel und Malte Landwehr führten mit mir lange Interviews und setzten sich mit der neuen Seite auseinander. Die Essenz [...]
[...] von informationsarchiv.com gestartet und legitimer Weise kurzerhand die alte Heimat per 301 auf de.alinki.com umgezogen. Index sauber halten Um den Google Index nicht unnötig mit zusätzlichen Ergebnissen [...]
Sehr interessantes und ehrliches Interview. Mit dem aktuellen Artikel über die OnPage optimierung auf Alinki.com bekommt man schon eine Sympathie zu diesem Webkatalog
Gruss
Also mir ist er hauptsächlich durch massenhafte Zugriffe seiner als Browser getarnten Bots aufgefallen, die Webseiten-Content abgrasen, ohne sich im geringsten z.B. um robots.txt zu kümmern.
Nicht umsonst ist der gesamte IP-Bereich 80.67.16.22/80.67.31.255 im Projekt von bot-trap.de gesperrt.